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 Kauf-Sucht

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BeitragThema: Kauf-Sucht   Di Okt 30, 2012 10:05 pm



Autorin: Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin


Was ist Kaufsucht?

Es ist der innere Zwang, kaufen zu müssen, die ständige Wiederholung der Kaufhandlung. Suchtkriterien sind: Kontrollverlust, Zwang zur Wiederholung, Dosissteigerung, Entzugserscheinungen wie etwa Schweißausbrüche, Zittern, innere Unruhe und Depressionen. Hinzukommen Schuldgefühle, dass man sich nicht im Griff hat. Durch die mit dem zwanghaften Kaufen verbundenen Geldausgaben kommt es häufig zu hohen Schulden bis hin zur Privatinsolvenz, Partnerschaftsproblemen und Arbeitsplatzproblemen.

Zu Beginn glaubt der Süchtige, durch den Kauf Anerkennung zu finden und wichtig zu sein. Das Kaufen löst kurze Glücksgefühle aus.

Danach folgt meist der Absturz in Depressionen, Existenzängste, Scham- und Schuldgefühle. Der Betroffene lügt und kapselt sich ab.

Die Kaufsucht ist eine Krankheit, vergleichbar mit anderen stofflichen und nichtstofflichen Süchten (Internetsucht, Spielsucht, Arbeitssucht).


Wie entsteht eine Kaufsucht?

Wie hinter jeder Sucht steckt auch hinter der Kaufsucht eine Sehnsucht - die Sehnsucht nach Anerkennung und Bestätigung und die Betäubung negativer Gefühle wie einer inneren Leere.

Der Betroffene kommt in einen Teufelskreis: Der Drang nach Anerkennung und Bestätigung oder Gefühle wie Ärger und Stress verführen zum Kaufen. Das Kaufen führt nach kurzer Zeit zu Schuldgefühlen und Depressionen. Diese unangenehmen Gefühle versuchen Betroffene dann wieder mit Konsum zu betäuben.

Die Wurzeln für das Suchtverhalten liegen in der Kindheit: Mangel an Zuwendung und Anerkennung, Mangel an Liebe und Geborgenheit. Betroffene mussten sich die Zuwendung der Eltern verdienen, durften Gefühle nicht frei äußern. Sie haben erlebt, dass sie als Person nicht wichtig sind. Als Entschädigung gab es vielleicht Spielzeug.

Als Erwachsene haben sie nicht gelernt, sich selbst ein gesundes Selbstwertgefühl zu verschaffen. Der Konsum ist für Kaufsüchtige der vergebliche Versuch, die Minderwertigkeitsgefühle auszugleichen.

Manche Menschen haben als Kind auch unter materieller Entbehrung gelitten und werden aus diesem Mangelempfinden heraus kaufsüchtig. Der Kauf bedeutet einen Ersatz an Zuwendung.

Kaufsuchtkranke haben nicht gelernt, sich mit Konflikten auseinanderzusetzen. Probleme in der Familie, Sorgen um den Arbeitsplatz, eine quälende innere Leere, Frustrationen oder Einsamkeit werden mit Konsum verdrängt. Besonders Frauen wollen mit dem Kaufen von Kleidung, Make-up und Schmuck ihre Unzufriedenheit mit ihrem Äußern bekämpfen - Männer häufen eher technische Geräte, wie Kameras und Computer, an.

Auch gesellschaftliche Bedingungen spielen eine Rolle: Das Kaufen ist gesellschaftlich akzeptiert und wird gefördert. Keditkarten erleichtern das Geldausgeben ebenso wie die Möglichkeit, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche Bestellungen über das Internet zu tätigen.


Wie merkt man, dass man kaufsüchtig ist?

Eine Kaufsucht äußert sich in vielerlei Denk- und Handlungsweisen. Der Psychotest Kaufsucht gibt Ihnen erste Hinweise, ob Sie an einer Kaufsucht erkrankt sind oder kaufsuchtgefährdet sind.


Wer ist betroffen?

60 Prozent sind Frauen, vor allem jüngere Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Die Sucht geht durch alle Schichten. Nach einer Untersuchung der Universität Hohenheim sind 9 Prozent der Bundesbürger kaufsüchtig, und 23 Prozent stark kaufsuchtgefährdet. Betroffene haben ein schwaches Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen und neigen zu Depressionen.


Worin besteht der eigentliche Kick beim Kaufen?

Die Formel heißt: Ich kaufe, also bin ich wer. Kaufen vermittelt das Gefühl, sich etwas Gutes zu tun. Beim Kaufen erlebt der Betroffene, beachtet und umworben zu werden. Er fühlt sich kurzfristig aufgewertet, sein Selbstwertgefühl steigt. Die Stimmung hellt sich wie bei der Einnahme einer Droge kurzfristig auf, weil durch das Kaufen das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert wird. Oder das Kaufen wirkt als Beruhigung bei unguten Gefühlen. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt. Es entsteht der Eindruck, Kontrolle über das Leben zu haben.


Sind Kaufsucht, zwanghaftes Geldausgeben und Verschwendungssucht dasselbe?

Die Grenze zwischen Kaufrausch und dem Zwang zum Kaufen sind fließend. Viele Menschen gehen ab und zu zum Einkaufen, um sich zu trösten, kaufen aus Lust, Unzufriedenheit (Frustkäufe) oder Langeweile. Solange dies nur anfallsweise auftritt, handelt es sich um ein normales Kaufverhalten und es besteht keine Kaufsucht. Es ist eher ein Kaufrausch oder eine Kauflust, die unter Kontrolle sind.


Wie pflegen Kaufsüchtige ihre Kaufsucht zu begründen/verschleiern?

Vor sich und anderen begründen Betroffene ihren Konsum mit Worten wie: Es sind nur Sonderangebote. Ich habe viel Geld gespart. Das Geld ist selbstverdient. Ich lasse mir keine Vorschriften machen, wofür ich mein Geld ausgebe. Schulden mache ich keine. Ich habe die Kontrolle über meine Käufe. Ich wollte nur mal bummeln und schauen gehen. Dafür spare ich jetzt in nächster Zeit.

Viele Kaufsüchtige verstecken ihre Einkäufe aus Schuldgefühlen, Scham oder Angst, für ihr ungezügeltes Konsumverhalten kritisiert zu werden oder verschenken das Gekaufte.


Neigen Kaufsüchtige auch zu anderen Süchten?

Ja, wenn man Kaufsüchtigen die Möglichkeit nimmt, einkaufen zu gehen und die Ursachen (s.o.) nicht beseitigt, werden sie sich ein anderes Suchtverhalten zulegen.



Was kann man tun, wenn man unter Kaufsucht leidet?

Die Entwöhnung kann manchmal aus eigenen Kräften geschafft werden. Oft verschwindet der Kaufzwang, wenn die Ursachen - frustrierende Arbeitsbedingungen, schwierige Beziehung, Konflikte mit den Eltern und vor allem das negative Selbstwertgefühl - beseitigt werden.

Die Leitfrage lautet dabei: Was brauche ich wirklich? Was fehlt mir? Zuwendung, Bestätigung, Selbstbewusstsein, eine sinnvolle Aufgabe? Wie kann ich mich mehr befriedigt und ausgefüllt fühlen, ohne zu shoppen und Geld auszugeben?

Auf jeden Fall muss man sich zuerst eingestehen, dass man süchtig ist und mit seiner Sucht etwas kompensieren will. Erst dann ist der Weg frei für eine Heilung.

Wer unter einer Kaufsucht leidet, ist meist nicht in der Lage, sich selbst davon zu befreien. Dem Kaufzwang zu widerstehen erleben die meisten Betroffenen als zu schwer. Deshalb ist eine psychotherapeutische Unterstützung und/oder der Besuch einer Selbsthilfegruppe meist die einzige Möglichkeit, eine Kaufsucht zu überwinden.

Betroffene sollten ihre Kredit- und Kundenkarten abschaffen, nur mit Einkaufszettel und Bargeld einkaufen, Spontankäufe vermeiden, den Dispositionskredit herabsetzen, nur in Begleitung des Partners einkaufen. Hilfreich ist es auch, Konsumgüter für einige Stunden oder einen Tag zurücklegen zu lassen und die Kaufentscheidung nochmals zu überschlafen.

Wie bei jedem Suchtverhalten ist der Weg zweigleisig:
1. Unterbrechen des Suchtverhaltens
2. die Ursachen des Suchtverhaltens beseitigen durch z.B.:

- Erarbeitung eines gesunden Selbstwertgefühls
- Erlernen von Konfliktlösestrategien
- Aufbau von befriedigenden Freizeitaktivitäten
- Erlernen von Selbstbehauptungsstrategien



Quelle : http://www.palverlag.de/Kaufsucht.html
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